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Nielsen, Eva Christine (2002): Die malerische Ausstattung des Privathauses von Robert von Langer in Haidhausen. Ein Beitrag zur Malerei des späten Klassizismus in München. Master of Arts, LMU Munich, History and Art History, 1
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Abstract

The subject of the study is the major work of the artist Robert von Langer - the lost frescoes of his Haidhausen villa. On the basis of existing black-and-white-photographs and numerous preparatory sketches, it has been possible to reconstruct both, the frescoes and the artist's own work processes. In accordance with the formal, chronological and thematic reconstruction, Robert von Langer decorated in the years 1826 to 1828 the sala terrena of his villa with a series of frescoes describing the basic themes of poetry and love, of which were "Apollo and the muses", "Homer" and "Dante" the main pictures. The main frescoes were accompanied by a frieze of little cupids and additional scenes from classical mythology and epic poetry. The iconographic and iconologic studies lead to the conclusion that the frescoes were thought as an artistic and aesthetic counterpart to the frescoes in the Glypothek, which were made by the Nazarene artist Peter Cornelius. By consulting the contemporary art criticism, extensive correspondances and aesthetic writings of the time, the work has been linked to the aesthetic discourses of classicism and Nazarene art in this study. Despite concessions to the ideas of the Nazarenes, the frescoes reflected, in form and content, the ideals of late classicism. Additionally, the frescoes documented the late classicism at the same time as the Nazarenes, despite differing in their ideals. The frescoes in the villa of Robert von Langer make an important contribution to the research of the late classicism and can be referred to as a counterpart to the ideals of nazarene art.

Abstract

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Hauptwerk des klassizistischen Künstlers Robert von Langer – die verloren gegangene malerische Ausstattung seines Privathauses in Haidhausen. Auf der Grundlage noch existierender Schwarzweißfotografien und zahlreicher Vorzeichnungen konnte sowohl der Freskenzyklus rekonstruiert als auch die Arbeitsweise des Künstlers nachvollzogen werden. Entsprechend der formalen, chronologischen und inhaltlichen Rekonstruktion stattete Robert von Langer zwischen 1826 und 1828 den Gartensaal seines Privathauses mit einem Freskenzyklus zu den Grundthemen der Poesie und Liebe aus. Die Hauptfresken zeigten "Apollo und die Musen", "Homer" und "Dante". Ein Lünettenfries mit Eroten und Szenen aus antiker Mythologie und epischer Dichtung begleiteten die Hauptfresken. Die ikonographische und ikonologische Untersuchung ergab, daß die Fresken von Robert von Langer als künstlerische und kunsttheoretische Gegenposition zu den Glyptotheksfresken des Nazareners Peter Cornelius entworfen wurden. Mit Hilfe der zeitgenössischen Kunstkritik, umfangreicher Korrespondenz und kunsttheoretischen Schriften wurde das Werk in den ästhetischen Diskurs zwischen Klassizismus und Nazarenern eingebunden. Obwohl im Werk geringfügige Zugeständnisse an die nazarenische Kunstströmung erfolgten, reflektierten die Fresken stilistisch und inhaltlich die Kunstauffassung des von Winckelmann inspirierten späten Klassizismus. Weiterhin dokumentierte der Freskenzyklus den späten Klassizismus als eine zeitlich parallele, aber in der Auffassung zu den Nazarenern deutlich divergierende Strömung. Die malerische Ausstattung des Privathauses Robert von Langers kann daher als wichtiger Beitrag zur Erforschung des späten Klassizismus und als Gegenposition zum nazarenischen Kunstideal herangezogen werden.