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Renkl, Alexander (1994): Träges Wissen: Die "unerklärliche" Kluft zwischen Wissen und Handeln. (Research report No. 41). LMU Munich: Chair of Education and Educational Psychology, Internet, ISSN 1614-6336
Full text not available from 'Open Access LMU'.

Abstract

Knowledge, although seemingly available, is often not used for solving problems, that means, it remains "inert". Three types of explanation for this phenomenon can be found in the literature. Meta-process explanations assume that the relevant knowledge is available, but it is not used because of inadequate meta-processes (e.g., lacking metacognitive control). Structure deficit explanations suppose that the deficit is rooted in the structure of the knowledge itself, that is, the knowledge is not available in a form that allows for ist application. In situatedness explanations, the traditional concepts of knowledge and transfer are questioned. One basic assumption is that knowledge is fundamentally situated, that is, context-bound. In recent years, instructional models have been developed which try to remedy the inert knowledge problem and which take into account many important aspects that have been raised by the different types of explanations referred to above. However, in order to reach a sufficient understanding of the inert knowledge phenomenon, the cooperation of different psychological sub- disciplines is called for.

Abstract

Oftmals wird Wissen, obwohl scheinbar vorhanden, nicht eingesetzt, wenn es gilt, anstehende Probleme zu lösen. Man spricht in diesem Zusammenhang von trägem Wissen. In der Literatur kann man drei Typen von Erklärungen für dieses Phänomen finden. Metaprozeßerklärungen gehen davon aus, daß das notwendige Wissen vorhanden ist, aber nicht genutzt wird, da Metaprozesse (z.B. metakognitive Steuerungsprozesse) defizitär sind. Strukturdefiziterklärungen sehen die Defizite im Wissen selbst angesiedelt, d.h. das Wissen ist nicht in einer Form vorhanden, die seine Anwendung erlauben würde. In Situiertheitserklärungen wird der traditionelle Wissens- und Transferbegriff der kognitiven Psychologie in Frage gestellt. Die Grundannahme lautet dabei, daß Wissen prinzipiell situativ gebunden sei. Die in den letzten Jahren entwickelten instruktionalen Modelle, die zum Ziele haben, anwendbares Wissen zu vermitteln, berücksichtigen dabei die wichtigsten Aspekte, die in den oben genannten Erklärungsansätzen thematisiert werden. Um aber zu einer umfassenden Erklärung des Phänomens des trägen Wissens zu kommen, erschiene eine Zusammenarbeit verschiedener psychologischer Teildisziplinen notwendig.