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Fischer, Frank and Kittel, Alexander and Gräsel, Cornelia and Mandl, Heinz (1994): Diagnostische Prozesse in der Medizin. Ansätze zur Beschreibung und Förderung. (Research report No. 43). LMU Munich: Chair of Education and Educational Psychology, Internet, ISSN 1614-6336
Full text not available from 'Open Access LMU'.

Abstract

In recent years several research disciplines have investigated the diagnostic process in medicine. In this paper we try to analyze these different approaches under the following perspectives: (a) How far do they describe the diagnostic process? (b) How far do they provide recommendations for the physician's diagnostic process? (c) Which propositions do they provide to foster the acquisition of diagnostic competences? The pragmatically oriented approaches of medicine try to integrate findings from other disciplines to provide recommendations for the doctor's diagnostic process and for fostering the acquisition of diagnostic competences. Different approaches for the diagnostic process in specific clinical situations emphasize the special features in for example dynamic settings like anesthesia or in cooperatively made diagnoses. Approaches based on cognitive psychology provide an elaborate description of specific diagnostic processes of medical students and doctors with different levels of expertise. The main contribution of the Artificial Intelligence approaches to the area of medical diagnosis is the development of methodologies to represent medical knowledge. Altogether there are only few parts of the diagnostic process which are described with reference to empirical research. There are only a few studies concerning the impact of different recommendations for the physician's diagnostic process on the quality of diagnosis. To enhance the acquisition of diagnostic competences there is a consensus on the importance of problem-based learning. Recent instructional approaches to practically implement this kind of learning are discussed.

Abstract

In den letzten Jahren haben sich verschiedene Forschungsrichtungen mit dem diagnostischen Prozeß in der Medizin beschäftigt. In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die Forschungsansätze daraufhin zu untersuchen, (a) inwiefern sie den Prozeß des Diagnostizierens beschreiben, (b) inwiefern sie dem Arzt Empfehlungen zum Vorgehen beim Diagnostizieren geben und (c) welche Vorstellungen sie zur Förderung des Erwerbs diagnostischer Fähigkeiten entwickeln. Ansätze aus vier Bereichen werden betrachtet: Die pragmatisch orientierten Ansätze aus der Medizin versuchen, Befunde aus verschiedenen Disziplinen für Empfehlungen zum ärztlichen Vorgehen und zur Förderung des Erwerbs diagnostischer Fähigkeiten nutzbar zu machen. Die verschiedenen Ansätze zur Diagnostik in spezifischen klinischen Situationen weisen auf die Besonderheiten hin, die beim diagnostischen Vorgehen z. B. in dynamischen Settings wie der Anästhesie oder beim kooperativen Diagnostizieren zu beachten sind. Kognitionspsychologisch orientierte Ansätze zeichnen sich durch detaillierte Beschreibungen bestimmter diagnostischer Prozesse von Studenten und Ärzten mit unterschiedlichem Ausbildungsstand bzw. Erfahrungshintergrund aus. Der wesentliche Beitrag der Künstlichen Intelligenz zum Bereich des medizinischen Diagnostizierens wird in der Entwicklung von Methoden zur Repräsentation medizinischen Wissens gesehen. Insgesamt betrachtet liegen empirisch fundierte Beschreibungen bislang nur für wenige Teilbereiche des diagnostischen Prozesses vor, die verschiedenen Empfehlungen zum Vorgehen im diagnostischen Prozeß sind kaum in ihren Auswirkungen auf die Qualität der Diagnose untersucht. Zur Förderung des Erwerbs diagnostischer Fähigkeiten wird übereinstimmend auf die große Bedeutung des problemorientierten Lernens hingewiesen. Neuere instruktionale Ansätze zur praktischen Umsetzung dieser Art des Lernens werden diskutiert.