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Schmidt, Matthias (2014): Menschenrechte und Migration. Das Beispiel Marokko. Studien aus dem Münchner Institut für Ethnologie – Working papers in social and cultural anthropology; Bd. 10. München
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Abstract

Der Begriff „Menschenrechte“ ist in der Migrationspolitik inzwischen nicht mehr zu überhören. Dabei ist es unmöglich, ihn auf einzelne politische Strategien und Praktiken zu reduzieren oder ihn nur bestimmten politischen Akteuren zuzuordnen. Hinsichtlich der Humanitarisierung der europäischen Außengrenzen (Walters) bleibt es in der Literatur umstritten, ob die Menschenrechte als subversive Kraft gegen Unterdrückung und Diskriminierung oder als bloßes Werkzeug zur Stabilisierung und Reproduktion der Machtverhältnisse im europäischen Grenzregime verstanden werden sollen. Matthias Schmidt untersucht in seiner Studie zu Menschenrechten in der Migrationspolitik Marokkos, wie sich nicht-staatliche Akteure den Begriff aneignen, wie die Menschenrechte dadurch ihre vielfältige Bedeutung gewinnen und unterschiedliche gesellschaftliche Folgen hervorrufen. Er zeigt zum einen, wie mit der Sprache der Menschenrechte politische Entscheidungsprozesse verdeckt werden können und so die Lebenssituation von MigrantInnen als selbstevident und alternativlos repräsentiert wird. Zum anderen verdeutlicht er, wie der Menschenrechtsdiskurs von politischen Organisationen auch als Mittel gesellschaftlicher Veränderungen eingesetzt wird. Zudem macht er deutlich, dass nicht-staatliche Akteure nicht nur Rechte einfordern oder deren mangelnde Umsetzung kritisieren können, sondern auch selbst an der Schaffung, Verbreitung und Setzung von Rechten (Benda-Beckmann) beteiligt sind.