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Hofmeister, Constanze (18. August 2015): Das Bemerken von Inkonsistenzen in Geschichten bei Vorschulkindern., Ein Vergleich zwischen sprachentwicklungsgesunden und sprachentwicklungsgestörten Kindern., Masterarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität München
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Abstract

Die vorliegende Masterarbeit untersucht Unterschiede beim Bemerken von Inkonsistenzen in Geschichten bei sprachentwicklungsgesunden und sprachentwicklungsgestörten Vorschulkindern. Zunächst sind im theoretischen Teil Grundlagen zum Textverstehen dargestellt. Besondere kognitions-psychologische Aspekte, die entscheidenden Einfluss auf das Textverstehen haben, wie das Sprachgedächtnis und die mentale Repräsentation, werden beschrieben. Im Weiteren wird die Relevanz des Monitoring des Sprachverstehens betont. Die diagnostischen Möglichkeiten zur Erfassung des Textverstehens und des Monitorings des Sprachverstehens werden darauf folgend ausführlich dargelegt. Der theoretische Teil schließt mit der Auseinandersetzung der weitreichenden Folgen von Störungen des Verstehens auf Textebene sowie des Monitorings des Sprachverstehens. Der empirische Teil der Arbeit besteht aus einer Studie mit 21 sprachentwicklungsgesunden und 17 sprachentwicklungsgestörten Kindern. Der Entwicklung von spezifischen Fragestellungen, die sich aus dem theoretischen Teil der Arbeit ergeben, folgt die Beschreibung der Datenerhebung. Die Kinder wurden mit konsistenten und inkonsistenten Geschichten dreierlei Modalitäten konfrontiert: 1. Rein auditive Stimuli: Vorgelesene Geschichten 2. Audio-visuelle Stimuli: Vorgelesene Bildergeschichten 3. Rein visuelle Stimuli: Sprachfreie Video-Clips Mittels der Testfrage "Kann das sein?" wird überprüft, ob die Inkonsistenzen erkannt werden oder nicht. Die Analyse der Daten beinhaltet Vergleiche zwischen den beiden Gruppen (sprachentwicklungsgesund vs. sprachentwicklungsgestört) sowie den verschiedenen Modalitäten (auditiv vs. audio-visuell vs. visuell). Die über einen Elternfragebogen erhobenen Auskünfte über die häuslichen Gewohnheiten der Kinder werden ebenfalls statistisch analysiert. Abschließend erfolgt eine ausführliche Itemanalyse. Die Studie weist signifikante Unterschiede zwischen sprachentwicklungsgesunden und sprachentwicklungsgestörten Kindern in den Modalitäten mit auditivem Anteil, nicht aber in der rein visuellen Modalität nach. Modalitätenspezifische Unterschiede lassen sich nicht nachweisen, ebenso wenig Unterschiede bezüglich der Häufigkeit der Geschichten im häuslichen Umfeld zwischen den beiden Gruppen. Die Itemanalyse ergibt, dass sich sechs der acht inkonsistenten Items als praktikabel erweisen, zwei sollten eliminiert und ersetzt werden. Die Studie zeigt die besondere Relevanz rezeptiver Leistungen im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung auf, sowohl für die sprachtherapeutische Diagnostik als auch die Therapie und stellt eine solide theoretische und praktische Grundlage für weitere Untersuchungen in diesem Bereich dar.