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Finger, Jürgen (2004): "Pour un statut légal des employés". Die Bemühungen um Implementierung eines Angestelltenstatuts in das französische Arbeitsrecht 1925–1932. In: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte / 3, 19./20. Jahrhundert = Histoire contemporaine, Vol. 31, Nr. 3: S. 113-144
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Abstract

Die ersten koordinierten Streikbewegungen der Büroangestellten dürften für das Frankreich der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg ein mehr als überraschendes Ereignis gewesen sein. Waren diese 1919 vielleicht noch in der allgemeinen Unordnung untergegangen, so schlug der Streik der Bankangestellten von 1925 große Wellen. War man Arbeitsniederlegungen von Arbeitern oder lokal begrenzte Aktionen der Angestellten im Handel gewohnt, so überraschte es um so mehr, daß die employés de banque, die Angestellten einer so sensiblen Branche, zu diesem Mittel griffen, und dies in einer für sie bis dato ungekannten Massivität. Diese Bewegung lenkte die politische Aufmerksamkeit auf eine bislang wenig be-achtete Gruppe von Arbeitnehmern. Das belegen mehrere Gesetzentwürfe der unmittelbar folgenden Jahre, die die besonderen Bedürfnissen dieser konstant wachsenden Gruppe auf die Agenda setzten. Daß es tatsächlich derartige Initiativen gab, ist unerwartet und verdient eine nähere Betrachtung, da die Forschung bisher davon ausging, daß in Frankreich Versuche zur rechtlichen Institutionalisierung gar nicht unternommen worden waren – was besonders die deutschen und österreichischen Versicherungsgesetze zum Sonderfall gemacht hätte.