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Finger, Jürgen (2016): Eigensinn im Einheitsstaat. NS-Schulpolitik in Württemberg, Baden und im Elsass 1933-1945. Baden-Baden: Nomos Verlangsanstalt
Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Obwohl das NS-Regime nach Zentralisierung und Vereinheitlichung strebte, waren die Resultate seiner Bildungspolitik von Land zu Land uneinheitlich. Die Schulsysteme in Württemberg, Baden und im 1940 annektierten Elsass wichen auffällig voneinander ab. Das war zunächst historisch bedingt. Doch die Unterschiede wurden bewahrt und verstärkt durch das verschiedenartige Profil der NS-Politik in den drei Regionen. Den Bildungsreformern in Berlin gelang es nicht, regionale Beharrungskräfte, strukturelle Pfadabhängigkeiten und Bildungstraditionen auszuhebeln. Denn die Länder passten die Bildungsreformen an die örtlichen Gegebenheiten an. Dadurch entstand ein begrenzter Gestaltungsspielraum, den einzelne NS-Landespolitiker zu nutzen wussten.

Abstract

Although the Nazis strove for centralization and standardization, the results of their education policy varied from land to land. The school systems strikingly differed in Württemberg, Baden and Alsace. This variety had historical reasons. But it was preserved and restored by the different profiles of Nazi school policy in the three regions. The education ­reformers in Berlin did not succeed in overcoming regional forces of ­persistence, structural path dependencies and educational traditions, because teh federal states adapted central reform plans to the local circumstances. Thus, a limited freedom of design emerged for regional policy makers. Dr. Jürgen Finger is a historian of political, administrative and business history of the Third Reich and currently does research on morality and economy in capitalist societies at the end of the 19th century.