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Finger, Jürgen (2009): Zeithistorische Quellenkunde von Strafprozessakten. In: Finger, Jürgen; Wirsching, Andreas; Keller, Sven (Hrsg.): Vom Recht zur Geschichte. Akten aus NS-Prozessen als Quellen der Zeitgeschichte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht S. 97-113
Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Trotz ihrer Allgegenwart findet über Gehalt und Funktion von Akten aus Strafprozessen kaum eine juristische Reflexion statt. Polizisten, Staatsanwälte, Verteidiger und Richter nehmen sie als alltägliches Werkzeug hin. Ähnlich selbstverständlich und oft unreflektiert benutzen HistorikerInnen diese Akten zur Rekonstruktion von Verbrechen, oder um die Geschichte der Strafverfolgung und ihrer Institutionen zu schreiben. Prozessakten müssen aber einer besonders präzisen Quellenkritik unterzogen werden, sie nicht zum "Nennwert" nehmen. Der Aufsatz umreißt daher die Entstehungsbedingungen von Strafprozessakten in der Bundesrepublik Deutschland. Dem folgen Bemerkungen zu Archivierung und Überlieferungsbedingungen von Akten der Rechtspflege. Am Beispiel des beim Landgericht Augsburg geführten Verfahrens gegen Ilse Koch, der Frau des Kommandanten von Buchenwald Karl Koch, werden Aufbau und Inhalt eines Prozessaktes vorgestellt und Hinweise auf mögliche ergänzende oder Ersatzüberlieferungen gegeben.