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Finger, Jürgen (2006): Gau (NSDAP). In: Bayerische Staatsbibliothek (Hrsg.), Historisches Lexikon Bayerns.
Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Seit dem 19. Jahrhundert im deutschen Vereinswesen und bei politischen Verbänden gebräuchlicher Begriff, den die NSDAP als Bezeichnung für ihre regionale Mittelebene übernahm. Die Gaue waren die organisatorische und administrative Ebene zwischen Ortsgruppe bzw. Kreisleitung und Reichsleitung. Sie hatten neben Verwaltungsaufgaben hauptsächlich die Funktion, die Bevölkerung durch Propaganda zu mobilisieren und Wahlkämpfe zu führen und zu koordinieren. Seit 1936 wuchs ihre Bedeutung als territoriale Gliederungseinheit in mehreren Schüben, als ihnen neue, regimespezifische Funktionen zugewiesen wurden. Dieser Funktionszuwachs ging meist auf die persönliche Beauftragung der Gauleiter durch Adolf Hitler zurück. Hatten sich schon vorher überkommene Landesstrukturen und neue Gaueinteilung überlagert, so wurden die Gauleiter und die expandierenden Gauverwaltungen bis Kriegsende zu den entscheidenden regionalen Machtträgern des Regimes.