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Reincke, Martin and Winkelmann, W. and Jaursch-Hancke, C. and Kaulen, D. and Nieke, J. and Ollenschläger, G. and Allolio, B. (1989): Diagnostik und Therapie asymptomatischer Nebennierentumoren. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift, Vol. 114: pp. 861-865
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Abstract

Bei 23 Frauen und neun Männern im mittleren Alter von 54 (25-73) Jahren wurde bei der Klärung anderer Beschwerden zufällig ein asymptomatischer Nebennierentumor entdeckt. In allen Fällen ließen sich die Tumoren computertomographisch darstellen. Achtmal waren sie beidseits lokalisiert, in je 12 Fällen rechts- oder linksseitig. Der durchschnittliche Tumordurchmesser betrug 3 (1-9) cm. Vier Tumoren (12,5 %) wiesen eine endokrine Aktivität auf (ein Phäochromozytom, drei cortisolproduzierende Tumoren). Acht Patienten wurden adrenalektomiert, dabei ergaben sich sechs Nebennierenadenome, ein benignes Phäochromozytom und ein Ganglioneurom. Eine Feinnadelbiopsie wurde bei zwei Patienten vorgenommen, der zytologische Befund war benigne. Computertomographische Verlaufskontrollen bei elf (34,4 %) der nicht-operierten Patienten 6-48 Monate (im Mittel 14 Monate) später zeigten bei keinem der Patienten eine Größenzunahme des Tumors. Daher erscheint es bei zufällig diagnostizierten Nebennierentumoren gerechtfertigt, zunächst einmal den Verlauf zu beobachten, da gutartige Prozesse offensichtlich weitaus häufiger sind als maligne. Bei einem Tumordurchmesser von mehr als 6 cm ist jedoch wegen des Malignitätsrisikos eine Adrenalektomie durchzuführen.