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Senninger, Susanne; Gerstner, Doris; Huß, Jonas ORCID logoORCID: https://orcid.org/0009-0005-3122-9240; Petrova, Valeriya; Weilnhammer, Veronika; Herr, Caroline ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0002-2302-5505; Heinze, Stefanie und Quartucci, Caroline ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0001-9880-8072 (2025): Freizeitlärm und das Hörvermögen ab dem Jugendalter – Ergebnisse aus 10 Jahren OHRKAN Kohortenstudie. BVÖGD Kongress 2025: Netzwerke im ÖGD – Gesundheit kreativ, digital und lebensnah gestalten, Erlangen, 01. - 04. April 2025. Gesundheitswesen. Bd. 87, Nr. S 01 Stuttgart: Thieme.

Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Einleitung: Viele Freizeitaktivitäten wie der Besuch von Konzerten oder Clubs sind mit einer hohen Lärmbelastung verbunden. Diese Aktivitäten sind vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat dabei vor allem die Popularität des Musikhörens über Smartphones zugenommen. Durch andauernde und wiederholte Exposition gegenüber hohen Schalldruckpegeln kann das Gehör irreversibel geschädigt werden und eine lärminduzierte Hörschwellenverschiebung entstehen. Da sich diese über einen längeren Zeitraum entwickelt, ist eine longitudinale Betrachtung der Freizeitlärmexposition und des Hörvermögens von besonderer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde die OHRKAN Kohortenstudie konzipiert mit dem Ziel die Relevanz der Exposition gegenüber Freizeitlärm für das Hörvermögen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu untersuchen.

Methodik: Im Rahmen der geschlossenen OHRKAN Kohortenstudie wurden 2.148 Jugendliche in der 9. Jahrgangsstufe an weiterführenden Schulen in Regensburg in den Jahren 2009/10 und 2010/11 rekrutiert. Diese Kohorte wird etwa alle zweieinhalb Jahre mit einem standardisierten Fragebogen bezüglich der Exposition gegenüber Freizeitlärm und zu soziodemografischen Charakteristiken befragt. Etwa alle fünf Jahre findet zudem eine audiologische Untersuchung des Gehörs am Universitätsklinikum Regensburg statt. Bisher konnten Daten von fünf Fragebogenerhebungen sowie von drei audiologischen Untersuchungen in einem Beobachtungszeitraum von etwa 10 Jahren gesammelt werden. Neben deskriptiven Analysen, wurde eine Regressionsanalyse zur Untersuchung des Zusammenhangs von Freizeitlärmexposition und lärmbedingten Hörschwellenverschiebungen durchgeführt. Die Kohortenstudie OHRKAN wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.

Ergebnisse: Die Exposition gegenüber Freizeitlärm unter den Teilnehmenden ist nach einem Anstieg bis zur zweiten Erhebung über die Beobachtungszeit mit steigendem Alter (mittleres Alter in der ersten Erhebung: 15 Jahre; in der fünften Erhebung: 26 Jahre) gesunken. Die Ergebnisse der bisherigen Zusammenhangsanalysen zwischen Freizeitlärmexposition und lärmbedingten Hörschwellenverschiebungen mit Einbezug von Daten aus der ersten und dritten Erhebung zeigten keinen signifikanten Zusammenhang. Die Ergebnisse weiterer Analysen werden im Rahmen der Tagung präsentiert.

Diskussion: Die beobachtete Freizeitlärmexposition zeigt, dass Präventionsmaßnahmen bereits in jungen Jahren von besonderer Bedeutung sind. Um weitere Erkenntnisse über die Veränderungen der Freizeitlärmexposition und des Hörvermögens mit steigendem Alter in der jungen Kohorte zu erlangen, ist die Fortführung der bestehenden OHRKAN-Kohortenstudie notwendig.

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