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Buck, Christoph; Koller, Daniela ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0002-3203-7188; Kibele, Eva; Schulze, Katharina und Augustin, Jobst ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0003-1541-2369 (2025): Geografie und Gesundheit – das Beispiel der COVID-19-Pandemie in Bremen. In: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, Bd. 68: S. 1100-1110 [PDF, 2MB]

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Creative Commons: Namensnennung 4.0 (CC-BY)
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Abstract

Zusammenfassung: HINTERGRUND: Gegenstand der Geografie ist unter anderem die Analyse raumzeitlicher Veränderungen von Strukturen und Prozessen. Die Gesundheitsgeografie wendet Methoden, Modelle und Paradigmen der Geografie auf gesundheitsspezifische Fragestellungen an. Am Beispiel der COVID-19-Pandemie in Bremen soll die geografische Perspektive auf Gesundheit aufgezeigt sowie deren Nutzen verdeutlicht werden.

Methoden: Grundlage der Untersuchung sind raumzeitliche Daten der COVID-19-Neuinfektionen nach Kalenderwoche auf Ortsteilebene in der Stadt Bremen zwischen März 2020 und Mai 2022. Neben den Fallzahlen wurden zur Erklärung dieser ausgewählte Indikatoren zur soziodemografischen Lage (z. B. Haushaltsstruktur, Sozial- und Migrationsstatus) berücksichtigt. Die raumzeitlichen Analysen erfolgten deskriptiv sowie unter Verwendung linearer Regressionsmodelle.

Ergebnisse: Die erste Pandemiewelle zeigt deutliche lokale Unterschiede und hohe Inzidenzen bzw. Periodenprävalenzen in einzelnen Ortsteilen. Für die späteren Wellen konnte eine Clusterbildung mit hohen Fallzahlen in vorwiegend deprivierten Ortsteilen identifiziert werden. Beispielsweise zeigt sich in der 2. Welle u. a. eine Assoziation zwischen den Fallzahlen und der Anzahl der Personen pro Haushalt (β = 1,099, p < 0,001), in der 4. Welle mit der Quote von Bürgergeldempfängern nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGBII; β = 0,056, p = 0,004).

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen räumliche Unterschiede in den COVID-19-Fallzahlen und eine stärkere Belastung von deprivierten Ortsteilen. Die Untersuchung hat den hohen Nutzen einer raumzeitlichen Perspektive, hier am Beispiel der COVID-19-Pandemie in Bremen, aufgezeigt. Dies betrifft nicht nur die Analyse der Pandemiedynamik, sondern auch aus Public-Health-Perspektive die Identifizierung vulnerabler Bevölkerungsgruppen sowie die gezielte Implementierung von Präventionsmaßnahmen.

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