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Hartmann, Stephan; Fahrbach, Ludwig (2005): Normativität und Bayesianismus. In: Gesang, Bernward (Hrsg.): Deskriptive oder normative Wissenschaftstheorie? Frankfurt: Ontos Verlag S. 177-204
Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Das Thema dieses Bandes ist die Frage, ob die Wissenschaftstheorie eine normative Disziplin ist. Zunächst überrascht die Frage, denn für viele Wissenschaftstheoretiker ist die Antwort ein klares „Ja“; sie halten es für einen Allgemeinplatz, dass die Wissenschaftstheorie ein normatives Unternehmen ist. Bei genauerem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass die Frage unterschiedliche Interpretationen zulässt, die einzeln diskutiert werden müssen. Dies geschieht im ersten Abschnitt. Im zweiten Abschnitt suchen wir nach möglichen Erklärungen dafür, warum die Wissenschaftstheorie bisher bei dem Projekt, eine allseits akzeptable Methodologie wissenschaftlichen Schließens zu formulieren und zu begründen, so wenig Erfolg hatte. Eine mögliche Erklärung für den ausbleibenden Erfolg ist der Partikularismus, wonach Methoden keine allgemeine, sondern nur eine lokale, bereichsabhängige Gültigkeit haben. Im dritten Abschnitt wollen wir an Hand des Bayesianismus zeigen, dass die Methodologie doch nicht so schlecht da steht, wie es zunächst den Anschein hat. Der Bayesianismus ist für viele Wissenschaftstheoretiker der aussichtsreichste Kandidat für eine allgemeine Theorie induktiven Räsonierens. Wir besprechen seine Vorzüge, stellen aber auch dar, welche Konzessionen er an den Partikularismus machen muss.