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Hecker, Dominik; Meiske, Dano; Potrafke, Niklas; Riem, Marina; Schinke, Christoph (28. January 2016): Schuldenbremsen in den deutschen Bundesländern. Worte und Taten der Landesregierungen. In: ifo Schnelldienst, Vol. 69, No. 2: pp. 14-22
Full text not available from 'Open Access LMU'.

Abstract

Im Jahr 2009 wurde die Schuldenbremse in Deutschland gesetzlich verankert: Ab dem Jahr 2020 müssen die Haushalte der Bundesländer strukturell ausgeglichen sein. Gegenwärtig initiierte Konsolidierungsstrategien beeinflussen, ob ein Bundesland die Schuldenbremse im Jahr 2020 einhalten kann. Eine neue Studie des ifo Instituts zeigt, in welchem Umfang die parteipolitische Zusammensetzung der einzelnen Landesregierungen bestimmt hat, ob Regierungen ihre Haushalte konsolidierten, und welche Anpassungsmaßnahmen sie vornahmen. Die Parteien unterschieden sich hinsichtlich ihrer Strategie, die öffentlichen Haushalte zu konsolidieren, so erschien es zumindest in der öffentlichen Debatte. Deskriptive Statistiken zeigen, dass Länder mit linken Regierungen im Zeitraum von 2010 bis 2014 im Durchschnitt höhere strukturelle Haushaltsdefizite aufwiesen als Länder mit rechten Regierungen, wohingegen sich die Primärdefizite der Länder kaum unterschieden. Dass die Steuereinnahmen der Länder weitaus höher ausfielen als erwartet, erleichterte die Haushaltskonsolidierung, und linke Regierungen konnten auch ohne Defizite generöse Haushalte vorlegen. Zwar verliehen linke Politiker ihren Standpunkten gegen die Schuldenbremse durch expressive Rhetorik Ausdruck, scheinen aber auf den Umschwung in der öffentlichen Meinung im Zuge der Finanzkrise reagiert zu haben und verfolgten, wenn sie Regierungsverantwortung hatten, keine signifikant andere Fiskalpolitik als rechte Politiker.

Abstract

In 2009 the debt cap in Germany was incorporated into law: as of 2020 the budgets of the German federal states must be structurally balanced. The consolidation strategies currently being launched influence whether a federal state will be able to comply with the debt cap in 2020. A new study by the Ifo Institute shows the extent to which the party political composition of individual federal state governments has determined whether governments consolidated their budgets and which adjustment measures they made. The parties tended to differ in terms of their strategy for consolidating public budgets, at least in public debates over the issue. Descriptive statistics show that federal states with left-wing governments had higher structural budget deficits on average than those with right-wing governments in the period from 2010 to 2014, whereas there is hardly any difference in federal states’ primary deficits. The fact that the federal states’ tax revenues were far higher than expected made it easier to consolidate budgets, and left-wing governments could even present generous budgets without deficits. Although left-wing politicians waxed eloquent in voicing their opposition to the debt cap, they seemed to react to the shift in public opinion in the wake of the financial crisis and pursued a fiscal policy that did not differ significantly from that of right-wing politicians.