Logo Logo
Help
Contact
Switch Language to German
Kubon-Gilke, Gisela; Sturn, Richard (eds.) (2002): Der homo oeconomicus unter experimentellem Beschuß. Discussion Papers in Economics 2002 Jahrbuch Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik, 2
[img]
Preview
252kB

Abstract

Für Nichtökonomen ist oftmals schwer zu verstehen, warum die Ökonomen das Eigennutzmotiv so sehr in den Vordergrund stellen. Es ist doch offenkundig, dass die Menschen aus den vielfältigsten Motiven heraus handeln - aus Dankbarkeit, aus Ärger, aus sozialer Verpflichtung und aus vielen, vielen anderen Motiven. Daß die Ökonomen dennoch das Eigennutzmotiv in den Vordergrund stellen hat mehrere Gründe. Drei Sichtweisen erscheinen besonders wichtig: - homo oeconomicus als nützliche Approximation - homo oeconomicus als Idealtyp - homo oeconomicus als Als-Ob-Konstruktion Diese Begründungen für die Eigennutz- oder homo-oeconomicus-Annahme werden kurz skizziert. Es wird erläutert, warum diese Begründungen empirisch nicht widerlegt, sondern lediglich in ihrer Relevanz angegriffen werden können. Anschließend wird der evolutorische Gesichtspunkt, der der Als-Ob-Verteidigung des homo oeconomicus zu Grunde liegt, radikalisiert und es wird argumentiert, dass es zweckmäßig ist, sich den psychologischen Gesetzmäßigkeiten der Normenbildung theoretisch und experimentell zu nähern.

Abstract

For non-economists, it is often difficult to understand why economists place so much emphasis on the self-interest motive. It is obvious that people act out of a variety of motives - gratitude, anger, social obligation and many, many other motives. There are several reasons why economists still put the self-interest motive in the foreground. Three points of view seem particularly important: - homo economicus as a useful approximation - homo economicus as an ideal type - homo oeconomicus as as-if construction These justifications for the self-interest or homo-economicus assumption are briefly characterized.. It is explained why these justifications cannot be empirically disproved. Only their relevance can be questioned. Subsequently, the evolutionary point of view that underlies the as-if defense of homo economicus is radicalized and it is argued that it is appropriate to approach norm formation theoretically and experimentally from a psychological point of view.