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Siri, Jasmin (2009): Methodologien des Systems. Wie kommt man zum Fall und wie dahinter? Methodologien des Systems – Wie kommt man zum Fall und wie dahinter?, 4. - 6. September 2008, Hohenheim.
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Abstract

Die dreitägige, international besetzte Tagung "Methodologien des Systems – Wie kommt man zum Fall und wie dahinter?" bot eine Bestandsaufnahme systemtheoretisch informierter empirischer Forschung. In acht parallel laufenden Workshops zu Themen wie "Organisation", "Interaktion" oder "Semantik" wurden über zwanzig empirische Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert. Gerahmt wurden diese Praxis-Workshops durch acht Vorträge zu den Themenkomplexen "Methodologie und Systemtheorie", "Theorie als Methodologie", "Methode und Methodologie" sowie "Methodologieimporte". Der Tagungsbericht versucht, die maßgeblichen Inhalte und Ergebnisse der Tagung zu systematisieren und mit der aktuellen systemtheoretischen Methodendiskussion zu verbinden. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten: Welche Stellung nehmen systemtheoretisch inspirierte Studien innerhalb der soziologischen Methodendiskussion ein? Welche aktuellen analytischen Weiterentwicklungen sind möglich und notwendig? Gibt es überhaupt "die" systemtheoretisch informierte empirische Forschung oder produziert eine solche Tagung eine Einheitszumutung, die der Pluralität der unterschiedlichen Zugänge nicht gerecht wird? Systemtheoretische Zugänge, das wird deutlich werden, nähern sich der Empirie sehr unterschiedlich. Besonders ergiebig scheinen dabei Ansätze zu sein, die sich vor allem für die Empirie – und weniger für die Geschlossenheit der eigenen Theorieanlage – interessieren. Gerade die Qualität der auf dieser Tagung verhandelten Ansätze spricht dafür, keinen starren Methodenkanon systemtheoretisch-empirischer Forschung zu implementieren, sondern am empirischen Fall zu entscheiden, welche Forschungsmethoden und theoretischen Öffnungen angemessen sind. Die Tagung hat gezeigt, dass systemtheoretische Forschung bei weitem nicht so "empirieblind" ist, wie ihr häufig vorgeworfen wird, aber auch, welche begriffs- und habitusinduzierten Missverständnisse diesen Vorwurf möglicherweise nähren.