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Christiansen, Birgit (2012): Die lykische Nova N 337 aus Limyra. Ein Vertrag zwischen der Stadt Zẽmuri (Limyra) und *Xuxrm̃me/i? Mit einem Exkurs von Heiner Eichner zum neuen lykischen Ethnikon χuχrm̃mezi. In: Seyer, Martin (Hrsg.): 40 Jahre Grabungen in Limyra, Akten des Internationalen Symposiums 3.–5. September 2009. Forschungen in Limyra, Bd. 6. Wien: Phoibos S. 141-153
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Abstract

The article is to present an edition of a Lycian inscription found in the year 2000 in Limyra. In spite of its fragmentary state of preservation, it is of great importance since it contributes to our understanding of Lycian history and culture. Most interestingly, it offers the so far unknown Lycian ethnicon χuχrm̃mezi. Since it is accompanied by the Lycian term teteri, which in the trilingual inscription of the Letôon N 320 corresponds to the Greek term πόλις, the underlying toponym *Xuχrm̃me/i seems to refer to an urban centre. While an identification with a known Lycian city is not possible so far, the inscription provides some information which is of interest in respect to the relation between Limyra and *Xuχrm̃me/i as well as to the classification of the text. Thus, besides a historical review, it contains obligations for the present and future. Along with the fact that the inscription, although found in Limyra, whose Lycian name is known to be Zẽmuri, deals with *Xuχrm̃me/i and its inhabitants, the text is possibly to be classified as a treaty between the two cities or a decree concerning obligations of the inhabitants of *Xuχrm̃me/i towards Zẽmuri.

Abstract

In dem Aufsatz wird eine lykische Nova vorgestellt, die im Jahre 2000 in Limyra entdeckt worden ist. Obwohl die Inschrift äußerst fragmentarisch ist, erweitert ihr Inhalt unser Wissen über die Geschichte und Kultur Lykiens um einige interessante Aspekte. So enthält sie ein bislang unbekanntes lykisches Ethnikon χuχrm̃mezi „die Bewohner von *Xuχrm̃me/i“. Die Tatsache, dass dem Ethnikon das Wort teteri „Stadt“ vorangestellt ist, das in der Trilingue N 320 vom Letôon griechisch πόλις entspricht, weist dabei auf eine größere Siedlung mit zentraler Funktion hin. Da für die Stadt Limyra die lykische Bezeichnung Zẽmuri bekannt ist, dürfte das dem Ethnikon zugrunde liegende Toponym *Xuχrm̃me/i einen anderen Ort bezeichnen. Während die Identifikation mit einer uns bekannten lykischen Stadt noch unklar ist, bietet die Inschrift einige Informationen, die im Hinblick auf das Verhältnis Limyras zu dieser Stadt und die Klassifikation des Textes von Relevanz sind: So enthält die Inschrift offenbar neben einem historischen Rückblick auch Verpflichtungen für die Gegenwart und Zukunft. Gemeinsam mit der Tatsache, dass der Inschriftenträger zwar in Limyra gefunden wurde, im Text aber von der Stadt *Xuχrm̃me/i bzw. ihren Bewohnern die Rede ist, könnte die Inschrift als Vertrag zwischen den beiden Städten oder als Dekret anzusprechen sein, in dem Verpflichtungen der Bewohner von *Xuχrm̃me/i gegenüber Zẽmuri/Limyra thematisiert werden.