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Johanna, Tönjes (2018): Zur Rolle von Sprache im Emotionscoping. Master Thesis, Faculty of Languages and Literatures, Ludwig-Maximilians-Universität München.
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Abstract

Die menschliche Sprache ist ein einzigartiges Konstrukt, dessen Wirkungskreis von sozialen Interaktionen bis hin zu kognitiven Prozessen innerhalb eines Individuums reicht. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle Sprache bei der Bewältigung von negativen Emotionen einnimmt. Die zugrundeliegenden Prozesse des Verhältnisses von Sprache und Emotionsbewältigung werden auf Basis vorhandener Theorien zu Sprachfunktionen, Emotionen und Coping in Beziehung gesetzt. Auf Grundlage der Literatur zu diesem Thema wird der Begriff des Emotionscopings eingeführt, der als die Bemühungen zur Regulation und Anpassung emotionaler Reaktionen auf potenziell bedrohliche Situationen definiert wird. In einer explorativen Studie werden drei Experten zu der Rolle von Sprache im Emotionscoping befragt und eine qualitative Inhaltsanalyse anhand der Interview-Transkripte durchgeführt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Sprache vor allem durch die Steuerung kognitiver Ressourcen wie Bewusstsein und Aufmerksamkeit am Emotionscoping beteiligt ist. Dabei kommt der Sprache besonders bei der Verbalisierung der Emotion und bei der Modulation ihres Entstehungsprozesses eine zentrale Bedeutung zu. Auf Basis der Ergebnisse wird im Rahmen dieser Arbeit ein Modell zum sprachbasierten Emotionscoping entwickelt. Das Modell bildet neben den über-geordneten Schritten des Coping-Prozesses auch die Wechselwirkungen und Zusammen-hänge der einzelnen Prozessschritte untereinander ab.

Abstract

The human language is a unique construct which allows not only for social interactions but also for cognitive processes within an individual. The present study aims to analyze the role of language in the case of coping with negative emotions. In order to get an impression of the underlying processes, literature in the field of language functions, emotions and coping has been reviewed. Based on the literature, the term ‘Emotionscoping’ has been defined as the conscious efforts to regulate and adapt emotional reactions to potentially stressful events. In an explorative study, three experts are interviewed on the role of language in processes of emotional coping. A qualitative content analysis is performed based on the transcriptions of the interviews. The results suggest that language contributes particularly to the coping process by (re)directing cognitive resources such as awareness and attention. Language is especially important during the verbalization of the emotion and the modulation of its formation process. Based on the results, the present study develops a model which displays the underlying processes of language-based emotional coping. In addition to considering the individual steps of the coping process, the model also takes into account the interactions and relationships among the modules.