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Horst, Thomas ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0002-0784-7795 (2017): A Rediscovered Manuscript about Portuguese Plants and Animals. Preliminary Observations. In: Horst, Thomas ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0002-0784-7795; Lopes, Marília dos Santos ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0003-0364-6109 und Leitão, Henrique ORCID logoORCID: https://orcid.org/0000-0001-8355-9288 (Hrsg.): Renaissance Craftsmen and Humanistic Scholars. European Circulation of Knowledge between Portugal and Germany. Passagem. Estudos em ciências culturais/Studies in Cultural Sciences/Kulturwissenschaftliche Studien, Bd. 10. Frankfurt am Main: Peter Lang. S. 133-174

Volltext auf 'Open Access LMU' nicht verfügbar.

Abstract

Der Beitrag behandelt die umfangreiche Sammelhandschrift Ms. Germ. Fol. 97 der Staatsbibliothek zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz. Diese befindet sich im Nachlass des am Hofe des Brandenburger Kurfürsten Johann Georg (1525–1598) wirkenden „Wunderdoktors“ Leonhard Thurneysser zum Thurn (1531–1596), der nach eigener Angabe in den Jahren 1555/1556 in Lissabon im Hause des portugiesischen Humanisten Damião de Goís (1502–1574) verweilte und sich nicht nur auf den Gebieten der Alchemie, Magie, Medizin, Pharmazie, Anatomie, Astrologie, des Bibliothekswesens und der Chronologie, sondern vor allem in der Botanik hervorgetan hat. In einem ersten Teil wird die Forschungsgeschichte dieses für die Flora und Fauna Portugals eindrucksvollen Dokumentes behandelt und die wiederholten Versuche seiner Transkription näher erläutert. Anschließend wird ein knapper Überblick über die gesamte Sammelhandschrift gegeben, um ein besseres Verständnis über die Hintergründe ihrer Erstellung und insbesondere die Frage der Datierung des gesamten Kodex zu ermöglichen. Dieser umfasst rund 459 Seiten und enthält neben dem portugiesischen Teil mehrere Exzerpte von zeitgenössischen Drucken, so etwa aus den Kräuterbüchern des Rembert Dodoens (1517–1585), aus dem „Gifftjager“ von Wilhelm Klebitz (1576) oder dem „Herbarium“ des Paracelsus in der Ausgabe des Michael Toxites (1570). Im Zentrum der vorliegenden Betrachtungen, die lediglich erste Eindrücke vermitteln können, stehen jedoch Thurneysser’s Ausführungen zu iberischen Pflanzen, Kräutern und Tieren sowie „Miscellanea. Historica Geographica medica e[t] varie mixta“ (fol. 129 r–144 v), worin in drastischen Worten nicht nur die Riten der norwegischen Seefahrer, sondern auch der Sklavenmarkt in Lissabon beschrieben wird. Erst die geplante Gesamtedition des Portugal betreffenden Teils der Handschrift wird viele bislang ungeklärte Fragen klären können. Dabei wird anhand dieses eindrucksvollen Manuskriptes herausgestellt werden, dass der Autodidakt Thurneysser ein „Renaissance Craftsman“ war, dessen Leben und Wirken es noch besser zu erforschen gilt.

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