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Krefeld, Thomas ORCID: 0000-0001-9657-6052 (15. October 2019): Über ‘Dächer’, ‘Schirme’ und Diversität – Sprachsoziologie im kommunikativen Raum. Kick-off-Tagung des Master-Studiengangs ‚Mehrsprachigkeit und Regionalität‘, Universität Regensburg, 10.10.2019.
Full text not available from 'Open Access LMU'.

Abstract

Mindestens zwei der sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen lassen in ihren Namen erkennen, dass sie sich mit der Sprache als zentraler Instanz für das Funktionieren menschlicher Gruppen und Gesellschaften befassen: die Soziolinguistik und die Sprachsoziologie. Das Aufgabengebiet des zuerst genannten Bereichs ist nicht klar abgegrenzt; manche fassen den Begriff sehr weit und schließen alle nicht systemlinguistischen Fragen ein; andere sehen darin das spezifische Teilgebiet der Variations- und Varietätenlinguistik, das sich der sozialen Dimension der sprachlichen Variation (Diastratik) widmet. Die Sprachsoziologie ist schärfer umrissen, denn es geht um den Status der Sprachen in der Gesellschaft; allerdings wäre es wohl angemessener von einer soziologischen Linguistik zu reden. Geprägt wurde der Ausdruck von Heinz Kloss 1978, einer erstmals 1952 erschienenen Arbeit, die verzögert und selektiv rezipiert wurde. Das ursprüngliche sprachsoziologische Konzept ist also in die Jahre gekommen und revisionsbedürftig. Vor diesem Hintergrund erscheint der Versuch lohnenswert, die gesellschaftliche Dimension der Sprachen neu zu modellieren.