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Eiband, Lucia (8. Juli 2014): Die pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten von Kindern mit Down-Syndrom., The pragmatic-communicative skills of children with Down syndrome. Drei Schulkinder im Fokus., A case study with three children in school age. Bachelorarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität München
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Abstract

Hintergrund: Kinder mit Down-Syndrom haben meistens Störungen der Sprachentwicklung, wobei die verschiedenen sprachlichen Bereiche dabei unterschiedlich stark beeinträchtigt sind. Im Gegensatz zu Aussprache und Grammatik, zählen die pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten zu den relativen Stärken der Kinder (Aktas 2012; Miller 1999). Sie sind jedoch auch nicht altersgemäß entwickelt, wenn auch besser als bei Kindern mit anderen geistigen Behinderungen, zum Beispiel Fragilem-X-Syndrom oder Autismus-Spektum-Störung. Leider gibt es noch wenig Forschung, in welchen Bereichen der Pragmatik Kinder mit Down-Syndrom Stärken und Schwächen zeigen. Die existierenden Studien befassen sich zudem beinahe ausschließlich mit den pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten englischsprachiger Kinder. Diese vorhandene Literatur wurde in der Arbeit zusammengefasst. Ziele: Ziel war es, die pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten von drei deutschsprachigen Kindern im Schulalter (Alter: 9 bis 10 Jahre) zu ermitteln und zu überprüfen, ob sie Schwächen in denselben pragmatischen Bereichen haben, die in der Literatur bei englischsprachigen Kindern mit Down-Syndrom genannt werden. Folgende pragmatische Bereiche wurden untersucht: Kommunikationsorganisation (Gesprächsverhalten, Konversationsregeln, Reparaturen und Präsuppositionen) und Erzählfähigkeiten (Kohärenz, Kohäsion und sprachliche Fähigkeiten mit Verwendung von Gesten). In dieser Studie wird die Hypothese aufgestellt, dass sich bei den drei deutschen Einzelfällen Schwächen in den gleichen Bereichen zeigen wie bei englischsprachigen Kindern – aber mit individuellen Unterschieden. Methoden: Um Daten über die pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen der drei Probanden zu gewinnen, wurden folgende Diagnostikverfahren verwendet: - Die CCC (Children-Communication-Checklist; Bishop 1998; Spreen-Rauscher 2003), ein Fragebogen, der von dem Lehrer und einem Elternteil unabhängig voneinander ausgefüllt wurde. - Das Pragmatische Profil (Dewart & Summers 1995; Dohmen 2009), ein Interview mit einem Elternteil über die kommunikativen Fähigkeiten des Kindes. - Die informelle Analyse einer Bildergeschichte in Anlehnung an den Diagnosebogen zur Erzählfähigkeit von Schelten-Cornish (2008). Ergebnisse: Die gewonnenen Ergebnisse zu den Fähigkeiten in einzelnen pragmatischen Bereichen werden ausführlich für jedes Kind dargestellt. Bei allen Probanden zeigten sich leichte Auffälligkeiten in der Pragmatik, mit vielen Gemeinsamkeiten unter den Probanden aber auch Unterschieden in welchen Teilbereichen die Probleme auftraten. Schlussfolgerung: Die aufgestellte Hypothese konnte gestützt werden. Denn die Schwierigkeiten traten zum Teil in den gleichen pragmatisch-kommunikativen Bereichen auf wie bei den Kindern der englischsprachigen Literatur, aber jedes Kind hat seine eigenen Fähigkeiten und Einschränkungen in verschiedenen Bereichen. Mögliche Therapieziele und -methoden zur Verbesserung der pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten der Probanden werden vorgeschlagen.

Abstract

Background: Most children with Down syndrome display language disorders with varying deficits in different parts of language. In contrast to articulation and grammar, these children are relatively strong when it comes to pragmatic-communicative skills (Aktas 2012; Miller 1999). While these are not developed age-appropriately, children with Down syndrome are stronger in this area than children with other intellectual disabilities, for example Fragile X-syndrome or autism. Unfortunately, there has not been a lot of research to date to indicate in which components of pragmatics children with Down syndrome show strengths and weaknesses. Furthermore, the few existing studies address pragmatic-communicative skills of almost exclusively English speaking probands. This paper summarizes the existing literature. Objectives: The aim of this study was to observe pragmatic-communicative skills of three German speaking children in school age (9 to 10 years) and to examine if these children display the same pragmatic weaknesses as described in the research of English speaking children with Down syndrome. The following pragmatic components were investigated: organization of communication (conversation behaviour, rules of conversation, repairs and presuppositions) and narrative skills (coherence, cohesion and language abilities, including the use of gestures). The hypothesis of this study is that the three German children show weaknesses in the same pragmatic components as the English speaking ones – however, with individual differences.   Methods: Following diagnostic instruments were used to obtain data about the three probands’ pragmatic-communicative competencies: - The CCC (Children-Communication-Checklist; Bishop 1998; Spreen-Rauscher 2003), a questionnaire with was filled out by the teacher and a parent independent of each other. - Pragmatisches Profil (Dewart & Summers 1995; Dohmen 2009), an interview with the parents about the communicative skills of their child. - The informal analysis of a picture story in following the Diagnosebogen zur Erzählfähigkeit from Schelten-Cornish (2008). Results: The collected data about the skills in each pragmatic component are described in detail for each child. All probands showed slight abnormalities in pragmatics, with many similarities between them, but there were also differences with regards to the component of pragmatics within which the problems appeared.   Conclusion: The hypothesis could be supported. While problems appeared partly in the same pragmatic-communicative components described in the studies with English speaking children, each child displayed its own skills and deficits within the examined components of pragmatics. Possible therapy aims and methods for improving the probands’ pragmatic-communicative skills are suggested with to the study.